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Nationallizenzen

Über nationale Lizenzen: DFG geförderte nationale Lizenzen für elektronische Medien

Nationallizenzen "Classics" (2004-2010)


Was sind die DFG-geförderten Nationallizenzen?

Wie wurden die Produkte für die Nationallizenzen "Classics" ausgewählt?

Welche Bibliotheken sind für die Verhandlung und Verwaltung der Nationallizenzen "Classics" zuständig?

Wer ist zur Nutzung der Nationallizenzen „Classics“ berechtigt?

 

Im Rahmen ihrer Infrastrukturmaßnahmen für wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) das System der überregionalen Literaturversorgung .

Ziel dieses Systems, in das auch die Sondersammelgebiete und die Zentralen Fachbibliotheken eingebunden sind, ist es, allen Nutzern in Deutschland den Zugriff auf wissenschaftliche Literatur und Quellenwerke auch dann zu ermöglichen, wenn sie an der Bibliothek der eigenen Hochschule oder Forschungseinrichtung nicht verfügbar sind.

Elektronische Publikationen waren in dieses System zunächst nur unzureichend einbezogen; Versorgungslücken wurden insbesondere bei digitalen Text- und Werkausgaben, den von wissenschaftlichen Verlagen angebotenen Digitalisierungen zurückliegender Zeitschriftenjahrgänge (sog. Backfile-Archive) sowie speziellen Fachdatenbanken reklamiert. Diese digitalen Publikationen konnten oft nur von wenigen wissenschaftlichen Bibliotheken gekauft werden. Vielen Wissenschaftlern und Studierenden in Deutschland war damit die Nutzung dieser Informationsquellen nicht möglich.

Um besonders dringlichen Anforderungen auf diesem Gebiet zu begegnen, förderte die DFG in den Jahren 2004-2010 den Erwerb von nationalen Lizenzen für abgeschlossene digitale Publikationen (Nationallizenzen „Classics“). Die Erwerbung dieser Nationallizenzen basierte auf eigens dafür definierten Standards und Erwerbungsgrundsätzen und wurde durch die DFG voll finanziert (100%-Förderung).  Die Beschaffung erfolgte in einem jährlichen Turnus von Verhandlung, DFG-Antragstellung, -Begutachtung und –Bewilligung, Vertragsabschluss und Bereitstellung.

Die Nationallizenzen „Classics“ wurden von der AG Nationallizenzen getragen und weiterentwickelt, der neben der DFG als Trägerin des Förderprogramms und den verhandlungsführenden Einrichtungen auch Vertreter der überregionalen Nachweissysteme sowie der Verbundzentrale des GBV angehörten.

Insgesamt wurden in diesem Förderprogramm für mehr als 100 Mio. € über 140 Nationallizenzen erworben und können nun deutschlandweit dauerhaft und entgeltfrei von Wissenschaftlern, Studierenden und registrierten Einzelpersonen genutzt werden.

 

Was sind die DFG-gefördeten Nationallizenzen?

Die DFG-Nationallizenzen beinhalten die Gewährung einer dauerhaften, nicht ausschließlichen und nicht übertragbaren Lizenz zur Nutzung eines vom Verlag (Lizenzgeber) vertriebenen Produkts durch die jeweiligen Verhandlungsführer (Lizenznehmer). Die Lizenz beinhaltet das Recht, das Produkt zusätzlich zur Nutzung im In-House-Netzwerk des Lizenznehmers ohne Einschränkungen über Weitverkehrsnetze den Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland bzw. (soweit nach Lizenzvertrag möglich) wissenschaftlichen Nutzern mit ständigem Wohnsitz in Deutschland zugänglich zu machen. Im letzteren Fall (private Nutzung) erfolgt der Zugang aufgrund persönlicher Registrierung und Passwortvergabe. Für die institutionelle Nutzung durch wissenschaftliche Einrichtungen in überwiegend öffentlicher Trägerschaft wird ein vereinfachter Zugang durch Freischaltung der jeweiligen IP-Nummernkreise ermöglicht.

Die Lizenzen sind auf eine zeitlich unbegrenzte Nutzung der digitalen Publikationen ausgerichtet. Die Angebote schließen daher das Recht des Lizenznehmers ein, alle zum Hosting sowie zur Sicherung des dauerhaften Zugangs erforderlichen technischen Maßnahmen zu treffen. Daher ist das Produkt in seiner Gesamtheit der verhandlungsführenden Einrichtung bzw. der fachlich zuständigen SSG-Bibliothek bei Erwerbung physisch auszuhändigen, auch wenn der Zugang zu den Publikationen zunächst in der Regel über die Server des Lizenzgebers erfolgt.

Bei digitalen Text- und Werkausgaben, elektronischen Zeitschriften und E-Books werden mit der Nationallizenz auch die Metadaten für die einzelnen Titel und Aufsätze erworben und für die Einbindung in alle lokalen, regionalen und überregionalen Bibliothekskataloge und Informationssysteme angeboten. Nach Integration der Daten in die Kataloge und Inforamtionssysteme kann vom Titelnachweis aus direkt auf den jeweiligen Volltext zugegriffen werden.

Seit 2009 gehört auch eine Open-Access–Komponente zum Profil der Nationallizenzen. Sie gibt Autorinnen und Autoren (ebenso Mitautorinnen und Mitautoren) der für die jeweilige Lizenz angemeldeten Einrichtungen das Recht, sämtliche von ihnen in einem lizenzierten Produkt vorgelegten Artikel - in der Regel in Form des publizierten Verlags-PDFs - in ein Repositorium ihrer Wahl für den weltweiten entgeltfreien Zugriff einzupflegen.


Wie wurden die Produkte für die Nationallizenzen „Classics“ ausgewählt?

Die Produktauswahl für die Nationallizenzen „Classics“ erfolgte zunächst nur durch die DFG-Sondersammelgebietsbibliotheken. Sie wurden gebeten, fachspezifische digitale Publikationen zu benennen, deren Beschaffung aus ihrer Sicht für die jeweiligen Fächer vordringlich ist.

In einem zweiten Schritt wurden alle wissenschaftlichen Bibliotheken des Landes sowie ggf. Fachgesellschaften – vermittelt durch die Sondersammelgebietsbibliotheken – in die Produktauswahl miteinbezogen.

Die Produktvorschläge der Bibliotheken wurden von der AG Nationallizenzen, der u.a. die DFG sowie die verhandlungsführenden Einrichtungen angehören, auf ihre Kongruenz mit den Erwerbungsgrundsätzen für die DFG-geförderten Nationallizenzen sowie auf die Erfolgsaussichten der Verhandlungen hin überprüft.

 

Welche Bibliotheken sind für die Verhandlung und Verwaltung der Nationallizenzen „Classics“ zuständig?

Neun Bibliotheken, die über langjährige Erfahrungen in der Verhandlung großvolumiger Literaturbeschaffungen im konventionellen und digitalen Umfeld verfügen, übernahmen nach definierten Kriterien die Verhandlungen mit einzelnen Verlagen, die Antragstellung, den Erwerb und den Abschluss von Lizenzverträgen. Sie zeichnen ebenfalls verantwortlich für die dauerhafte deutschlandweite Bereitstellung der Produkte.

Folgende Einrichtungen sind an der Verhandlung und Verwaltung der Nationallizenzen „Classics“ beteiligt:

 

Wer ist zur Nutzung der Nationallizenzen „Classics“ berechtigt?

Folgende Einrichtungen sind zur Nutzung der Nationallizenzen „Classics“ autorisiert (vgl. NL-Grundsätze 2009):

  • Öffentlich und privat geförderte Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland
  • Die Deutsche Nationalbibliothek  sowie sämtliche Staats- und Landesbibliotheken
  • Forschungsbibliotheken und wissenschaftliche Spezialbibliotheken in überwiegend öffentlich-rechtlicher Trägerschaft
  • Forschungsinstitute in überwiegend öffentlich-rechtlicher Trägerschaft, bzw. von Bund und Ländern getragene Forschungseinrichtungen, einschließlich der von der Bundesrepublik Deutschland im Ausland getragenen wissenschaftlichen Einrichtungen, wie bspw. der Deutschen Historischen Institute

 


Die Einrichtungen können die lizenzierten Produkte ihren Nutzerinnen und Nutzern zugänglich machen. Als autorisierte Nutzerinnen und Nutzer gelten:

  • Einzelne Nutzer, die durch eine autorisierte Einrichtung berechtigt sind, die Informationsangebote der autorisierten Einrichtung on-site oder off-site (via „Remote Access“) durch gesicherte Authentifizierungsmethoden zu benutzen, und derzeitig Studierende (in grundständigen und postgradualen Studiengängen bzw. als Doktoranden oder Gaststudenten), Angehörige des Lehrkörpers (incl. Gastwissenschaftler), weitere Beschäftigte (im unbefristeten sowie befristeten Arbeitsverhältnis), Auftragnehmer oder registrierte Nutzerinnen und Nutzer der autorisierten Einrichtungen sind.
  • Personen, die gegenwärtig eines der oben genannten Kriterien nicht erfüllen, aber für die Nutzung der Informationsdienstleistungen der Einrichtung von Computer-Arbeitsplätzen innerhalb der Räumlichkeiten zugelassen sind („Walk-in Users“) gelten nur für die Dauer des Aufenthaltes als autorisierte Benutzer.
  • Soweit nach Lizenzvertrag möglich auch Privatpersonen mit ständigem Wohnsitz in Deutschland, die sich durch ein geeignetes Verfahren registriert haben, solange eine solche Registrierung gültig bleibt.